Forschungsinstitut DE│RE│SA

    DE│RE│SA (Design Research Salzburg) ist das Forschungsinstitut des Studiengangs Design und Produktmanagement (DPM) der Fachhochschule Salzburg. Aufgebaut innerhalb eines FFG-Projektes (Österreichische Forschungsfördergesellschaft) forscht DE│RE│SA seit 2006 an der Schnittstelle von Design, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik.

    Forschungslinien

    • Co-Creation
    • Circular Design
    • Humanitarian Design und
    • User Experience

    Forschungslinie Co-Creation

     
     
    Dominik Walcher
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Prof. Dr. Dominik Walcher
     
     
     
    Verantwortung und Ausbildung:
    Fachbereichsleiter Produktmanagement DPM
    Studium Architektur und Städtebau (Universität Stuttgart),
    Studium Wirtschaftswissenschaften (TU München; University of California, Berkeley),
    Promotion in Innovationsmanagement (TU München),
    Professur für Marketing und Innovationsmanagement (FH Salzburg),
    Research Associate Massachusetts Institute of Technology (MIT, Boston, USA).
     
    Schwerpunkte in Lehre und Forschung
    Sustainability Marketing, Co-Creation (Mass Customization, Open Innovation, Patient Innovation), Hybride-Produkt-Dienstleistungsbündel, Contemporary Value Creation

     

    Der technologische Fortschritt hatte in den letzten Jahren großen Einfluss auf Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie. Es entwickelte sich eine technologieaffine Partizipationsgesellschaft, die zunehmend die Möglichkeit (= competence & access) hat:

    • Produkte und Prozesse selbst zu gestalten (u.a. User-Generated-Content, Open Source, Mass Customization), 
    • interaktiv in Wertschöpfungsprozesse integriert zu werden (u.a. Co-Design, Open Innovation, Lead User)
    • verantwortungsbewusst (ökologisch, sozial) zu agieren (Share/Collaborative Economy, Crowdsourcing/-funding, Lifestyle of Health and Sustainability, Social/Patient Innovation, Circular Design).

    In der Forschungslinie Co-Creation wird die Bedeutung dieser Veränderungen für Design, Marketing und Innovationsmanagement untersucht. Im Zentrum aller Forschungen und Projekte steht der Kundennutzen. Die im Produktbereich vorherrschende Unterteilung in funktionalen, psychologischen, sozialen und symbolisch-spirituellen Nutzen kann allgemein als eine Steigerung der Lebensqualität zusammengefasst werden, was besonders im Gesundheitsbereich (vgl. patient innovation) von essentieller Bedeutung ist.

    In den letzten Jahren wurden zahlreiche Forschungsarbeiten und Projekte in Zusammenarbeit mit Industriepartnern (z.B. BMW, Mercedes, Adidas, Kärcher etc.) durchgeführt. Daneben wurden zahlreiche Publikationen erstellt und eigene Konferenzen ausgerichtet (z.B. Mass Customization Konferenzen, Strategy Days etc.).

    Forschungslinie Circular Design

     
    Dominik Walcher
     
     

     

     

     

     

    Dr. Sonja Eser  

     

    Verantwortung und Ausbildung:
    Lehrbeauftragte Circular Design DPM,
    Studium der Biologie (Ludwigs-Maximilians-Universität München), Promotion in 
    Ökotoxikologie (TU München-Weihenstephan)
    Freiberuflich tätig als Seminarleiterin, Spezialgebiet Kompetenzentwicklung für 
    zukunftsfähiges Wirtschaften und Handeln http://www.sinnen-wandel.de
    Bis 2012 Leitung der EPEA (Cradle to Cradle) Akademie München, 
    Planspielentwicklung SIMPLYCYCLE
     
     
    Schwerpunkte in Lehre und Forschung:
    Ökologischer Wandel, Kreislaufwirtschaft, Cradle to Cradle, Circular Design

     

    Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist erklärtes Ziel in Europa. Dafür werden gegenwärtig zahlreiche Projekte initiiert und politische Weichen gestellt. Damit diese Vision gelingen kann, müssen Produkte mit der Fähigkeit entwickelt werden, ganz oder in Teilen in Kreisläufen zu zirkulieren. Die verantwortungsbewusste Partizipationsgesellschaft von morgen verlangt nach zeitgemäßen Produkten, Dienstleistungen und kollaborativen Wertschöpfungssysteme. Cradle to Cradle gibt wichtige Hinweise für eine Umsetzung. Ergänzende Strategien finden sich z.B. bei Design for Reuse, modulare Konstruktionsmodelle oder Kaskadennutzung.Insbesondere werden Entwicklungen untersucht, die Wertschöpfung aus kleineren Kreisen bilden wie Second Hand und Sharing-Konzepte, neue Businessmodelle fürDienstleistungen und auf menschliche Bedürfnisse ausgerichtete Strategien wie Co-Design. Das Verbinden von biologischem Fachwissen mit Design in diesem Forschungsbereich soll ermöglichen, dass die wichtige, jedoch bislang wenig beachtete Gestaltungskomponente „Vielfalt feiern auch in Bezug auf den wichtigen Erhalt der Artenvielfalt (design for diversity) im Produktdesign mehr berücksichtigt wird.

    In der Forschungslinie „Circular Design“ wird die Gestaltung der Kreislaufwirtschaft untersucht:

    • Der Forschungsbereich Circular Design untersucht und bündelt Designstrategien, -konzepte und instrumente, die für die Gestaltung von Produkten für Kreisläufe wichtig sind und bringt diese in die Lehre der Studierenden ein.
    • Wie muss Designprozess und Produktmanagement gestaltet werden, damit die Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt werden kann?
    • Innovative gesellschaftliche Strömungen werden untersucht, wie sie Kreisläufe mit antreiben können (z.B. Sharing, Collaborative Consumption, Participatory Design, Co-Creation etc.)

    Forschungslinie Humanitarian Design

     

    Michaeal Leube

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Dr. Michael Leube  
     
     
    Verantwortung und Ausbildung:
    Fachbereichsleiter Wissenschaftliches Arbeiten DPM,
    Studium Ethnologie, Humanbiologie und Religionswissenschaften (Universitäten in Berkeley, Wien und Zagreb),
    Professur für Anthropologie/Soziologie/International Relations (Universität Madrid).
     
    Schwerpunkte in Lehre und Forschung:
    Anthropologie des Designs, Humanitarian Design, Entwicklungshilfe, Evolutionary Psychology.
     

    Die meisten Menschen weltweit leben in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Das täglich Leben ist von Mangel (Hunger, Armut etc.) und Umweltverschmutzung geprägt. Eine große Herausforderung für die „Gestalter von morgen“ muss es sein, passenden Lösungen zum Abbau des Mangels und Steigerung der Lebensqualität zu entwickeln bzw. die Betroffenen zu unterstützen, sich selbst zu helfen. Die Forschungslinie Humanitarian Design agiert in der Tradition der qualitativen Feldforschung oder Ethnografie. Hier werden  Studierende durch teilnehmende Beobachtung Teil der betroffenen Gruppe, erleben und verstehen die Probleme und entwickeln zusammen mit den Betroffenen Lösungen. So bleibt das Humanitarian Design nicht in alten imperialistischen Mustern verhaftet, sondern wird zu Participatory Design.

    Dieser Ansatz ist ein wichtiger Bestandteil für frugale Innovationen, einem Innovationssystem, dem gegenwärtig viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und das in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein wird. Beispiele für frugale Innovationen finden sich vorwiegend in Asien und Afrika, wo Produkte häufiger an lokale Nachfrage und mangelhafte Infrastruktur angepasst werden müssen. Die Produkte adressieren gesellschaftliche, durch Mangel erzeugte Bedarfe. Sie basieren auf Erfindungsreichtum und beschränktem Ressourceneinsatz („Kunst des Weglassens“). Frugale Innovationen sind technisch simpel und einfach in der Handhabung, dabei jedoch sehr robust und günstig in Herstellung und Vertrieb. Diese Lösungen helfen nicht nur durch den direkten Produktnutzen den Menschen vor Ort, sondern stellen auch die Grundlage für lokale Unternehmensgründungen da. Fallstudien belegen, dass eine Verzahnung frugaler, technischer und sozialer Innovationen für den Fortschritt in Entwicklungs- und Schwellenländern entscheidend sein wird. In Zeiten wirtschaftlicher Krise besteht heute in reichen Ländern ein verschärfter Druck auf Unternehmen, ressourcenschonend und lösungsorientiert zu agieren, weshalb auch westliche Konzerne zunehmend beginnen, sich für frugale Innovationen zu öffnen und in Kooperation mit Dienstleistern vor Ort (frugal engineneering) aktiv zu werden. Dabei geht es nicht nur darum, nur Billigversionen von Hightech Produkten zu entwickeln, sondern völlig neue Produkte. Ein weiterer Treiber für frugale Innovationen ist eine Politik des inclusive Growth, um in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern den Markt mit Jugaad Innovations (einfallsreichen Innovationen) auch für ärmere Bevölkerungsschichten zu öffnen (siehe hierzu: VDI-TZ/Fraunhofer ISI (2014): Gesellschaftliche Entwicklungen 2030, herausgegeben vom BMBF)

    Forschungslinie User Experience

     

    Laura Ackermann

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Laura Ackermann B.Eng., M.Sc.
      
     
    Verantwortung und Ausbildung:
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin DPM
    Studium Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Mensch-Maschine-
    Interaktion (Universität Kassel)
    Fernstudium Psychologie (Fernuni Hagen)
     
    Schwerpunkte in Lehre und Forschung:
    User Experience, Usability, Apparative Verfahren (z.B. Eye-Tracking)
     

    Das Konsumverhalten der Menschen wird zunehmend durch kurzfristige Trends beherrscht. Auch wenn Produkte eigentlich noch ihren Zweck erfüllen, werden sie daher oftmals durch neuere Varianten ersetzt. Um diese Entwicklung zu stoppen, sind Lösungen notwendig, die einen nachhaltigen und bewussten Umgang mit Produkten fördern.

    Ein Ansatz hierfür ist die Schaffung einer langfristigen emotionalen Bindung zwischen Mensch und Produkt. Diese Bindung wird beispielsweise durch Erinnerungen oder gemeinsame Erlebnisse mit dem Produkt hervorgerufen.

    Offene Fragen in diesem Forschungsbereich beinhalten:

    • Wie kann eine bestehende emotionale Bindung zu einem Produkt methodisch geeignet erfasst werden?
    • Durch welche Handlungen und Überlegungen äußert sich diese Bindung beim Besitzer?
    • Welche Faktoren beeinflussen Produktbindung (demographische Daten, funktionale Aspekte des Produktes)?
    • Wie können Designer zu einer nachhaltigen emotionalen Bindung beitragen?

    Über diesen Schwerpunkt hinaus deckt die Forschungslinie die wichtigsten Aspekte der User Experience wie Usability-Methoden (Eyetracking, Experimente, Befragungen usw.) und Emotionen (Erfassung beispielsweise anhand der Software FaceReader) durch Forschungs- und Publikationstätigkeiten ab.

    DE│RE│SA und DPM

    Im Forschungsbereich DE│RE│SA werden Probleme und Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis untersucht, wobei die Erkenntnisse publiziert und direkt zurück in die Lehre gespielt werden. Neben öffentlich ausgeschriebenen nationalen und internationalen Projekten werden geeignete Projekte mit Industriepartnern (meist KMUs) durchgeführt. Das DE│RE│SA Team setzt sich interdisziplinär aus Designern und Experten aus Begleitwissenschaften (Anthropologie, Ökologie, Innovationsmanagement, Usability, Materialkunde etc.) zusammen. Alle Projekte werden in den vier Forschungslinien (1) User Experience, (2) Circular Design, (3) Humanitarian Design und (4) Co-Creation bearbeitet.

    Hierbei handelt es sich um Themen aus den Bereichen

    • Mensch-Produkt-Beziehung (vgl. emotionally durable design; usability)
    • Kundennutzen von Design (vgl. utilitarian, social, psychological and spititual value)
    • Produkt-Dienstleistungsbündel (vgl. Hybride Produkte, user experience)
    • soziale Verantwortung von Design (vgl. design for the real world, social and frugal innovations)
    • ökologische Verantwortung von Design (vgl. cradle to cradle, Kreislaufwirtschaft, circular design)
    • interaktive Wertschöpfung (vgl. co-creation, open innovation, crowed/share/collaborative economy)
    • zukünftige Rolle und Kompetenz des Designs und des Designers (vgl. transformation design)

     

    Ziel ist es, die Studierenden zu „verantwortungsbewussten Gestaltern von morgen“ und somit bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten. Daneben soll durch wissenschaftliche Arbeiten, Publikationen und Konferenzen eine Wissensdiffusion in die Praxis stattfinden.

    Studiengang Design und Produktmanagement (DPM)

    Im Studiengang DPM wird die Ansicht vertreten, dass die gegenwärtigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme zu großen Teil auf die gesellschaftliche Entwicklung und den technischen Fortschritt zurückzuführen sind. Technologischer Fortschritt ist aber gleichermaßen auch die Grundlage für zeitgemäße Designlösungen, die eine Eingrenzung und Beherrschbarkeit dieser Probleme ermöglichen. Ziel des Studiengangs DPM ist es, die „Gestalter von morgen“ auszubilden. Der Begriff „Gestalter“ ist dabei viel umfassender zu verstehen, als der bloße „Former“ einer ästhetischen Anmutung. Es geht ganz grundlegend um die Erzeugung von Produkt- und Prozessinnovationen (Produkte, Dienstleistungen, Managementprozesse, Geschäftsmodelle etc.), um verantwortungsvolle und zeitgemäße Lösungen für die gegenwärtige Situation zu finden.

    Anders als an vielen anderen Designschulen werden die Studierenden daher nicht nur im darstellerischen Gestaltungsbereich (Idee, Entwurf, Planung, Prototyp etc.) ausgebildet, sondern darüber hinaus

    im Managementbereich (Kostenrechnung, BWL, Marketing, Projektmanagement etc.),

    im Innovationsbereich (Design- und Innovationsmanagement, Geschäftsmodellentwicklung etc.),

    im verhaltenswissenschaftlichen Bereich (Konsumentenverhalten, Anthropologie, Leadership etc.),

    im analytischen Bereich (Mathematik, Marktforschung, Experimente, Statistik etc.),

    im sozial-ökologischen Bereich (Ethik, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft etc.) sowie

    im technisch-stofflichen Bereich (Materialkunde, Konstruktionslehre, Physik etc.), 

    daneben Sprachkurse und Training in Kreativität und Sozialkompetenz. Alle theoretischen Ausführungen werden von Projekten und praktischen Umsetzungen begleitet, weshalb eine umfangreiche Ausbildung in der Modellbauwerkstatt (3D-Drucker, Laser-Cutter etc.) und im Tech-Labor (apparative Verfahren, wie Eye-Tracking, Face-Reader etc.) integriert ist.

    Aufbau und Ziele von DPM

    Passende Lösungen für Probleme zu finden, gehört zu den elementaren Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die große Popularität der Übertragung von Verfahren aus dem Designbereich (z.B. Design Thinking) auf die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche (z.B. Informatik, Produktion, Dienstleistungsbereich, wie Logistik, Tourismus, Krankenhausmanagement etc.) lassen darauf schließen, dass kreative Menschen durch spezielle Anleitung noch besser in der Lage sind, nutzenstiftende Lösungen hervorzubringen. Genau an diesem Punkt setzt DPM mit Auswahl und Ausbildung der Studierenden an. Aus einer mittlerweile großen Anzahl an Bewerbern werden jedes Jahr 40 Kandidaten für das Bachelorstudium und 20 für das Masterstudium ausgewählt. Beim mehrstufigen Aufnahmeverfahren wird neben Grundlagenkompetenz besonders auf Neugier, Offenheit, Authentizität sowie Leistungswille und Fähigkeit zu lateralem Denken geachtet.

    Im 6-semestrigen Bachelorstudium werden die Grundlagen in den erwähnten Wissensgebieten gelegt. Den Abschluss bilden zwei Bachelorarbeiten, in denen die Studierenden einerseits eine wissenschaftliche Fragestellung und andererseits ein konkretes Gestaltungsprojekt, einschließlich Marketing- und Businessplan, erstellen.

    Im 4-semestrigen Master werden die Kenntnisse aus dem Grundstudium vertieft und spezielle aus den DE│RE│SA Forschungslinien kommende Veranstaltungen, wie z.B. Circular Design, angeboten. Die Studierenden haben im Master die Möglichkeit, sich stärker mit übergeordneten Problemstellungen zu befassen, an DE│RE│SA Projekten mitzuarbeiten und das Thema ihrer abschließenden Masterarbeit darauf abzustimmen.

    Die Ausrichtung des Studiengangs verlangt es, dass das Endresultat aller Projekte und wissenschaftlichen Arbeiten - nach vorher gehender theoretischer Auseinandersetzung und empirischen Untersuchungen - ein angreifbares Produkt ist. Das Produkt ist im Ganzen gesehen oftmals nur Teil der Lösung. Die umgebenden Dienstleistungs- oder Wertschöpfungssysteme müssen aus diesem Grund ebenfalls bestmöglich grafisch oder filmisch präsentiert werden. Diese Pflicht zu Modellbau, Darstellung und Medieneinsatz soll ein weiteres Mal die Visualisierungskompetenz der Studierenden steigern und abschließend belegen.

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Veranstalter dieses Events: Fachhochschule Salzburg
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